Breitscheider Trio beim Ostseeman: Welsch wird Deutscher Meister

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Erstmals seit 2019 konnte in diesem Jahr wieder der „Ostseeman“ stattfinden, ein Triathlon im Schleswig-Holsteinischen Glücksburg. Nach 20 Austragungen hat diese Veranstaltung inzwischen einen gewissen Kult-Status erreicht und sich zu einer Alternative zu den Langdistanz-Rennen der Ironman- und Challenge-Serie entwickelt. Dies sah offensichtlich auch die Deutsche Triathlon-Union so und wertete die Ostseeman-Langdistanz zur diesjährigen Deutschen Meisterschaft.

Unter den Starten befand sich mit Christian Zylka, Thomas Weiner und Rüdiger Welsch auch ein Trio des TuS-Breitscheid. Zylka und Weiner starteten über die Mitteldistanz (1,9km Schwimmen, 90km Radfahren und 21,1km Laufen), Welsch wählte die doppelt so lange Langdistanz.

Pünktlich um 6:45 Uhr fiel zunächst der Startschuss für die Langdistanz und rund 300 Starter sprinteten vom Glücksburger Strand in die 19 Grad kalte Flensburger Förde. Ein solcher Massenstart ist inzwischen zur Ausnahme geworden und erfordert von Beginn an Konzentration und Geschick, um nicht in die „Waschmaschine“ zu gelangen.

Massenstart vom Strand

Dies gelang dem routinierten Schwimmer Rüdiger optimal, und so konnte er sich knapp hinter der Führungsgruppe auf die zwei parallel zum Ufer verlaufenden Schwimmrunden begeben. Hier gelang es ihm, das Tempo konstant hochzuhalten bis 300 Meter vor dem Schwimmausstieg, als ein heftiger Krampf seine linke Wade lahmlegte.

Das war schon sehr schmerzhaft und ich musste so laut stöhnen, dass direkt ein DLRG-Boot Kurs auf mich nahm.

Rüdiger war klar, dass jede fremde Hilfe das Wettkampf-Aus bedeutet hätte und so schwamm er mit verkrampftem Bein die letzten Meter, um die Auftakt-Disziplin in 1:05 Stunden abzuschließen.

Bei der anschließend in mehreren Gruppen gestarteten Mitteldistanz absolvierten die weiteren TuS Breitscheider die Auftakt-Disziplin mit 34 Minuten (Christian) und 43 Minuten (Thomas) ohne größere Probleme.

Nach dem ersten Wechsel machte Rüdiger sich auf die erste von vier zu absolvierenden Rad-Runden durch das Glücksburger Hinterland. Wer glaubt, die Ostseeküste sei flach, wird hier eines Besseren belehrt.

Die Radrunde hat kaum einen flachen Meter

so Rüdiger rückblickend.

…und zahlreiche enge Kurven und Wendepunkte kosten zusätzlich Körner

ergänzt Weiner. Für Rüdiger erschwerend hinzu kam, dass zu Beginn des Radfahrens das Thermometer gerade mal 13 Grad anzeigte, was die erste Runde in dem noch nassen Trikot buchstäblich zu einer Zitterpartie machte.

Diese blieb den später gestarteten TuS-Triathleten Christian und Thomas erspart, denn in den folgenden Stunden wurden die Temperaturen rasch angenehmer. So konnten beide eine durchgehend hohe Geschwindigkeit halten, um nach 2:46 Stunden wieder in die Wechselzone einzubiegen.

Vielleicht wäre noch etwas mehr drin gewesenaber der einsetzende Regen stellte meine Steuerkünste grade auf den neu asphaltierten Abschnitten ziemlich auf die Probe

meinte Christian.

In der Wechselzone war Rüdiger aufgrund der doppelten zu absolvierenden Distanz noch lange nicht und spätestens auf der letzten Rad-Runde spürte er die vorangegangenen Herausforderungen deutlich, als dann auch noch die Kette absprang.

Ich hatte durchaus den Ehrgeiz, in meiner Altersklasse weit vorne zu landen, aber spätestens in dieser Situation wollte ich nur noch ins Ziel kommen,

kommentiert Rüdiger die Situation rückblickend. Nach 5:15 Stunden hat aber auch er den Radkurs geschafft und wechselte auf die Laufstrecke.

Auf dem drei- bzw. sechs Mal zu absolvierendem Rundkurs, der weitgehend entlang der Uferpromenade entlangführte, begegneten sich die Breitscheider mehrfach und konnten sich gegenseitig motivieren. Auch die mitgereiste „Ein-Frau-Fangruppe“ von Rüdigers Ehefrau Heidrun ebenso zur notwendigen Motivation bei, wie die zahlreichen Zuschauer. Insbesondere die Cheerleader an der Strecke sowie Gitarren- und Saxofon-Spieler in ihren Vorgärten zauberten allen Teilnehmern trotz der Strapazen immer wieder ein Lächeln ins Gesicht und führten zu guten Laufzeiten. Christian erreichte einen Lauf-Split von 1:54 Stunden und kam somit mit einer Gesamtzeit von 5:23 Stunden in das Ziel in der Sandwiger Bucht. Damit erreichte er Platz 20 seiner Altersklasse. Thomas benötigte 1:53 für die Laufstrecke, was sich zu einer Gesamtzeit von 5:35 Stunden aufaddierte und ihn auf den 13. AK-Platz brachte. Rüdiger konnte auf dem Marathon seine Pace der ersten fünf Kilometern nicht durchhalten, schaffte es aber anschließend in einem gleichmäßigen Tempo ohne Gehpausen durchzuhalten. Nach 10:30 Stunden lief auch er erschöpft und glücklich über die Ziellinie. Dort wartete schon eine WADA-Kontrolleurin, die ihn höflich aber bestimmt zum Doping-Test bat.

Rüdiger beim Zieleinlauf

Ich wäre viel lieber ins Massagezelt durchgetrottet, aber der erste Doping-Test nach 35 Jahren Triathlon ist auch ein Erlebnis

erinnert sich Rüdiger schmunzelnd an die Situation.

Im Doping-Büro angekommen wurde Rüdiger dann auch der Grund klar, warum man ihn so gezielt herausgesucht hatte: er war Sieger seiner Altersklasse 55 und damit gleichzeitig neuer Deutscher Meister.

Wahnsinn, dass hätte ich nicht geglaubt, wo doch einiges schiefgelaufen ist und ich mit der Zeit nicht wirklich zufrieden war.

Nach dem Wettkampf trafen sich die TuS-Triathleten dann zunächst zum Kalorien-Nachtanken in einem netten Restaurant und gingen anschließend zur Siegerehrung. Diese fand nach dem traditionellen Schlussfeuerwerk, welches den letzten Finisher im Ziel begrüßte, erst gegen 23:00 statt. Müdigkeit zeigte keiner des Trios, wohl aber Zeichen eines erheblichen Muskelkaters.

Impression von der Siegerehrung

Das war mal wieder eine super gelungene Mini-Vereinsfahrt mit tollen Erfolgen für den TuS-Breitscheid

resümierte abschließend Christian.

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