Zehn Monate Vorbereitung für einen großen Traum: die erste Ironman-Langdistanz.
Für Chantal Gobrecht, Athletin des TuS Breitscheid, war der Weg dorthin alles andere als einfach. Eine hartnäckige Fußverletzung machte das Lauftraining über nahezu ein halbes Jahr unmöglich und stellte das Projekt zwischenzeitlich ernsthaft infrage. Umso schöner war es, dass die letzten Monate der Vorbereitung nahezu perfekt verliefen. Das Training lief konstant, das Vertrauen in die eigene Form wuchs – die Vorfreude auf den großen Tag war riesig.
Zwei Tage vor dem Start kam dann die Nachricht, mit der niemand gerechnet hatte: Aufgrund der extremen Hitze von deutlich über 40 °C wurde der Wettkampf aus Sicherheitsgründen angepasst. Das Schwimmen blieb mit 3,8 Kilometern unverändert, die Radstrecke wurde auf 125 Kilometer und der Marathon auf einen Halbmarathon verkürzt.
Eine absolut richtige und verantwortungsvolle Entscheidung der Veranstalter – und dennoch eine große Enttäuschung. Schließlich war die gesamte Vorbereitung auf die volle Ironman-Distanz ausgerichtet.
Auch die beiden Nächte vor dem Rennen brachten kaum Erholung. Die tropischen Temperaturen ließen an erholsamen Schlaf kaum denken. Trotzdem stand Chantal am Morgen voller Motivation an der Startlinie – entschlossen, das Beste aus den gegebenen Umständen zu machen.
Und genau das gelang eindrucksvoll. Mit einer Schwimmzeit von 1:05:41 bei 29,1 Grad Wassertemperatur und dementsprechend Neoprenverbot stieg sie als erste ihrer Altersklasse und neunte Frau des Gesamtfeldes aus dem Wasser.
Nach einem schnellen ersten Wechsel ging es auf die verkürzte Radstrecke, die sie in starken 3:51:52 Stunden (32,5km/h) absolvierte – konstant und kontrolliert, da sich genau das bei den heißen Temperaturen oft auf dem abschließenden Lauf auszahlt. Dabei musste sie zwar einige Athletinnen ziehen lassen, die sie zum Teil auf der Laufstrecke wieder einholte.
Dort wartete allerdings die nächste Herausforderung: Gleich zu Beginn stürzte sie und zog sich neben Schürfwunden eine Verletzung in der Wade zu. Doch an Aufgeben war nicht zu denken. Trotz der Hitze und der bereits langen Belastung lief sie den Halbmarathon konstant in 1:55:41 Stunden (5:23min/km).
Nach 7:03:44 Stunden überquerte sie mit einem Lächeln die Ziellinie. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 11. Platz in der Altersklasse F35–39, 41. Frau insgesamt und 776. Platz im Gesamtfeld der über 3000 Starter/innen.
Am Ende überwog die Freude darüber, diesen außergewöhnlichen Wettkampftag gesund und mit einer starken Leistung gemeistert zu haben. Gleichzeitig bleibt eine verständliche Enttäuschung zurück. Zehn Monate Vorbereitung galten der vollständigen Ironman-Langdistanz. Dieser Traum musste wegen der außergewöhnlichen Wetterbedingungen noch einmal vertagt werden.
Doch eines hat Frankfurt eindrucksvoll gezeigt: Die Form stimmt. Die Vorbereitung hat funktioniert. Und vor allem hat sie bewiesen, dass sie auch unter schwierigsten Bedingungen ruhig, konstant und mit einem Lächeln Höchstleistungen abrufen kann.

Gute Vorbereitung hilft gegen die Nervosität vor dem Start

Als sehr gute Schwimmerin keine Zeichen von Erschöpfung beim ersten Wechsel

Laufen am Main im Frankfurter Stadtgebiet zum größten Teil ohne Schatten







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Endlich wieder eine (fast-)IM-Finisherin beim TuS! Die starke Leistung schreit nach einer Wiederholung über die unverkürzte IM-Distanz in 2027!